CrossFit meets Sportunterricht

Ich muss es zugeben: Sportunterricht in der Schule war nicht mein Lieblingsfach. Bei CrossFit haben manche am Anfang „Gummi-Eva“ zu mir gesagt – nein, nicht weil ich unglaublich beweglich wäre, sondern weil ich ‚Körperspannung‘ zwar vor- und rückwärts buchstabieren und auf lateinisch übersetzen, aber nicht motorisch umsetzen konnte. In der Schule haben sie deutlich schlimmere Sachen zu mir gesagt. Kurzum, seit Klasse sieben schleppe ich ein Sportunterrichtstrauma mit mir rum.
Und dann kam diese Anfrage: Die IGS Nieder-Olm würde gerne mit ihrem Sport-Wahlpflichtfach der zehnten Klasse zu uns ins CrossFit kommen. Thema Fitness – was bietet sich da besser an als drei Stunden CrossFit-Reinschnuppern? Finde ich eigentlich ne tolle Sache, ABER: Was, wenn die doof zu mir sind? Moment, ich bin 28 Jahre alt und nicht mehr 15. Wenn die doof zu mir sind, lasse ich sie fiese Sachen machen. Jetzt habe ich eine Macht, die ich mit 15 nicht hatte: Ich kann Leute Burpees machen lassen. Viele Burpees. Unendlich viele Burpees. Ich bin gespannt auf die Zehntklässler und, ja, ich gebe es zu, ich erwarte pubertierende, zickige, rüpelige Teenager. Was ich bekomme, sind sportliche, begeisterungsfähige und einfach nette Teenager. Und eine klasse Sportlehrerin noch dazu!
Am Anfang gibt’s eine kurze theoretische Einführung in CrossFit – ich hätte stundenlang reden können und habe es durch möglichst schnelles Reden und möglichst wenig Luftholen kompensiert. Ich glaube, ich kann schlecht verbergen, WIE gut ich CrossFit finde. Skeptische Blicke der Zehntklässler. Dann geht’s mit dem eigentlichen Sport los und ich bin nicht nur in der ersten Stunde, sondern während aller drei Termine begeistert, was die alles können. Zwei stricte Handstandpushups beim ersten Versuch, ein locker-flockiger Sprung auf die ganze hohe Box, 500 Meter Rudern in 1:40, ein Deadlift von 65 Kilo mit perfekter Technik von einem der Mädels – wir probieren ganz viel aus und schnuppern mal in die ganze CrossFit-Welt rein.
Natürlich machen wir am Ende jeder Einheit ein WOD. Und was mich hier noch viel mehr begeistert als spontane Talentausbrüche: Die geben alles. Da wird nicht mehr am T-Shirt rumgezupft, dass es perfekt sitzt. Da wird nicht mehr drauf geachtet, ob man eventuell gerade dämlich aussieht, während man die Kettlebell schwingt. Und keiner achtet darauf, was die anderen machen, weil jeder selbst Gas gibt. Es ist richtig cool, weil die sich wirklich drauf einlassen. Und sie finden es super! Das hat mich echt beeindruckt. Nach dem dritten Termin bin ich richtig traurig, dass es vorbei ist. Es war eine tolle Erfahrung und ich hoffe, ein paar freitags im Kids-Kurs wieder zu sehen. Es hat riesig Spaß gemacht – nicht nur der Klasse und ihrer Lehrerin, sondern auch mir. Und es hat mein Sportunterrichtstrauma geheilt. Endlich.

WOD

A) 3 x 5 Pause Frontsquat

B) Work on your goat
EMOM 20
Pick 2 of your goats
Even minute work on your goat 1
Odd minute work on your goat 2

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Ein Kommentar

  1. Den Plan mit meiner Klasse in eine Box zu gehen habe/hatte ich auch…nur ärgerlich, dass alle bisherigen Boxen (Berlin) mindestens 100 Euro für ein Schnuppertraining haben möchte. Ich suche weiter…

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